In meiner Praxis biete ich verschiedene Naturheilverfahren an. Eines davon ist die Blutegeltherapie:

Die Anwendung von Blutegeln als Ausleitungsverfahren in der Heilkunde, ist von jeher bekannt. Bereit in den ältesten Aufzeichnungen findet sie die Erwähnung.

Über die Blutegeltherapie

Der Blutegel (Hirudo medicinalis – Hirudo offizinalis) ein schwarzbräunliches wurmartiges, ca. 3 – 5 cm langes Tier, sondert beim Biss ein Sekret, das Hirudin, ab. Die Wirkung des Hirudins nach dem Biss ist vielfältig:

  • Gerinnungshemmend, da über mehrere Stunden ein Nachbluten der kleinen Wunden erfolgt;
  • Lymphstrombeschleunigend, aus Blut und Geweben strömt vermehrt Blut und kommt über der Blutabfluss zur Ausscheidung (eine starke Entgiftungswirkung);
  • Antithrombotisch, die Thrombenbildung wird deutlich herabgesetzt;
  • Immunstimulierend, der Anreiz der Leukozytenbildung wird über den Blutentzug gleichzeitig induziert;
  • Gefäßkrampflösend. Schmerzen und Stauungsgefühl im lokalen Umfeld lassen durch Umstimmung der örtlichen Gefäßfunktion nach.

Die Technik allerdings, mit diesem sensiblen Tierchen umzugehen, bedarf Zeitaufwand und Geduld bei geübten Ärztin, Arztes oder Heilpraktikers. Ebenso muss auch der Patient erst einmal die Scheu vor den Blutegeln überwinden.

Das Anlegen des Blutegels muss in vorsichtiger Weise vorbereitet werden, da die Tierchen sehr geruchs- und auch temperaturempfindlich reagieren, und Ihre „Bissfreudigkeit“ gelockt werden muss. Einmal angebissen beträgt die Saugzeit zwischen 15 Minuten und 1 Stunde. Besonders viel Aufmerksamkeit bedarf die Nachsorge der Wunde. Die Dauer und Stärke der Nachblutung muss kontrolliert, die Wunde sorgfältig immer wieder neu verbunden werden.


Die Indikationen der Blutegeltherapie

Der bekannteste Anwendungsbereich der  Blutegeltherapie  liegt  bei  der  akuten oder chronischen Thrombophlebitis (Krampfadern an den Beinen), Spannungsgefühl, Stauungserscheinungen und Druckschmerzhaftigkeit können behoben werden. Auch bei anderen Entzündungsprozessen, z.B. Furunkeln der Haut oder Abszesse, auch bei Stauungszuständen der Leber oder im Oberbauchbereich  können Blutegel erfolgreich  therapeutisch eingesetzt werden.

  • schmerzhafte Gelenkarthrosen, besonders Knie- und Sprunggelenke;
  • rheumatische Erkrankungen; arterielle Hypertonie; Rückenmuskelverspannung; Hexenschuss;
  • Prellungen; Hämatome; Tinnitus;
  • Eierstockentzündung; Gebärmuttermyom; Verstopfung, Reizdarm; Hämorrhoiden usw.

Die Indikationen der Blutegeltherapie in der Urologie:

  • Prostataadenom mit Restharnbildung;
  • Harninkontinenz;
  • Nierensteine;
  • Akute und chronische Prostataentzündung;
  • Hodenentzündung;
  • Akute und chronische Blasenentzündung;
  • Blasenentleerungsstörung;
  • Häufiges Harndrang;
  • Postoperative Komplikationen;
  • Penisverkrümmumg;
  • Kinderwunsch

Wann darf eine Blutegeltherapie nicht durchgeführt werden (Kontraindikationen)?

  • Hämophilie;
  • Blutgerinnungsstörungen durch Medikamente (z.B. Marcumar, Falithrom, Comadin);
  • Hauterkrankungen an der Applikationsstelle;
  • Deutliche Blutarmut;
  • Schwere chronische Erkrankungen (Krebs im fortgeschrittenen Stadium, Dialyse bei Nierenerkrankungen);
  • Ausgeprägte Wundheilungsstörungen;
  • Bekannte Allergien gegen Blutegel;
  • Aspirin sollte 5-6 Tage vor einer Behandlung nicht eingenommen werden